Surface Piercing ist eine der anspruchsvollsten Kategorien in der Piercingbranche. Obwohl Piercings dieser Art sehr eindrucksvoll aussehen können, gehen sie auch mit einem höheren Risiko einher, dass der Schmuck wandert oder vom Körper abgestoßen wird.
Daher sollten Piercingstudios, die Surface Piercings anbieten möchten, besonders auf die Auswahl des passenden Schmucks achten. Sowohl die Materialien als auch die Konstruktion des Schmucks sind dabei von entscheidender Bedeutung.
In diesem Artikel erläutern wir das Mindestsortiment an Schmuck für Surface Piercings im Studio sowie die Grundsätze, die helfen, Probleme und Reklamationen im Zusammenhang mit dieser Art von Piercings zu begrenzen.

Warum Surface Piercings speziellen Schmuck erfordern
Im Gegensatz zu vielen anderen Piercings, etwa am Ohr, an der Lippe oder an der Nase, verläuft ein Surface Piercing nicht stabil durch das Gewebe. Der Schmuck liegt sehr oberflächlich unter der Haut, wodurch das Risiko erhöht wird, dass er verrutscht.
Aus diesem Grund sind Standard-Schmuckstücke wie Labrets oder Barbells für Surface Piercings nicht geeignet.
In der Praxis werden spezielle Schmuckkonstruktionen verwendet, die eigens für Surface Piercings entwickelt wurden.
Wenn du mehr über die Standards für diese Schmuckkategorie erfahren möchtest, empfiehlt sich der Artikel Surface-Piercing-Schmuck im Großhandel – Standards, Materialien und Angebot.
Der am häufigsten verwendete Schmuck für Surface Piercings
Der beliebteste Schmucktyp beim Surface Piercing ist der Surface Bar. Dabei handelt es sich um einen Schmuck mit einer charakteristischen Form, die an den Buchstaben U oder einen Klammersteg erinnert.
Diese Konstruktion ermöglicht eine bessere Anpassung des Schmucks an die Hautoberfläche und verringert das Risiko, dass der Schmuck wandert.
Surface Bars werden an vielen Körperstellen verwendet, zum Beispiel:
- im Nacken
- am Brustbein
- an den Hüften
- im Gesicht
Aufgrund der Besonderheiten dieser Piercings ist es jedoch sehr wichtig, den Schmuck passend zur Anatomie des Kunden auszuwählen.
Mindestset an Surface-Schmuck für ein Studio
Piercingstudios müssen kein besonders großes Sortiment an Surface-Schmuck führen. In der Praxis reicht ein kleines, sorgfältig ausgewähltes Set grundlegender Produkte aus.
Das Mindestset kann umfassen:
- Titan-Surface-Bars in mehreren Längen
- mehrere Stahlmodelle
- verschiedene Größen der Aufsätze
Von größter Bedeutung ist die Verfügbarkeit grundlegender Stablängen, mit denen sich der Schmuck an verschiedene Piercingstellen anpassen lässt.
Studios, die gerade erst Surface-Piercings anbieten, können außerdem den Einkaufsratgeber Starterset für ein Piercingstudio – Einkaufsliste nutzen.

So wählt man die Materialien für den Schmuck aus
Das Material des Schmucks ist einer der wichtigsten Faktoren für die Sicherheit eines Surface-Piercings.
In professionellen Studios werden hauptsächlich zwei Materialien verwendet:
- Implantat-Titan
- chirurgischer Stahl 316L
Implantat-Titan
Titan wird vom Körper sehr gut vertragen und verursacht nur selten allergische Reaktionen. Deshalb bevorzugen viele Piercer Surface-Bars aus diesem Material.
Chirurgischer Stahl
Chirurgischer Stahl ist preisgünstiger und in der Piercingbranche weiterhin sehr beliebt. Bei Kunden mit empfindlicher Haut wird jedoch häufig Titan empfohlen.
Wann man von einem Surface-Piercing abraten sollte
Zu einer professionellen Arbeit im Piercingstudio gehört auch die Fähigkeit, von bestimmten Piercings abzuraten.
Ein Surface-Piercing ist nicht immer für jeden Kunden die richtige Wahl. In manchen Fällen kann das Risiko einer Migration des Schmucks zu groß sein.
Piercer raten häufig von einem Surface-Piercing ab, wenn:
- die Haut an dieser Stelle ist sehr gespannt
- der Kunde führt einen aktiven Lebensstil
- das Piercing ist häufigem Reiben ausgesetzt
Mit diesem Ansatz lassen sich viele zukünftige Probleme vermeiden.

So lassen sich Reklamationen im Zusammenhang mit Surface-Piercings reduzieren
Reklamationen in Piercingstudios entstehen häufig durch Missverständnisse bezüglich des Piercings oder eine ungeeignete Auswahl des Schmucks.
Um das Risiko solcher Situationen zu begrenzen, empfiehlt es sich, einige einfache Grundsätze zu beachten:
- hochwertigen Schmuck verwenden
- Kundinnen und Kunden klar über die Risiken informieren
- die richtige Größe des Schmucks auswählen
Weitere Tipps zur Reduzierung von Reklamationen finden Sie im Artikel So lassen sich Reklamationen reduzieren – Piercingschmuck.
Die häufigsten Probleme nach einem Surface-Piercing
Ein Surface-Piercing kann mit mehreren typischen Problemen verbunden sein, die sich aus der Natur dieser Art von Piercings ergeben.
Am häufigsten sind:
- Migration des Schmucks
- Hautreizungen
- Abstoßung des Piercings
Viele dieser Probleme lassen sich durch die richtige Auswahl des Schmucks und eine angemessene Pflege des Piercings reduzieren.
Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im Artikel häufigste Probleme nach dem Piercen und die Auswahl des Schmucks.
Zusammenfassung
Schmuck für Surface-Piercings erfordert besondere Aufmerksamkeit sowohl seitens der Piercingstudios als auch der Schmuckanbieter.
Die beste Lösung ist, ein kleines, aber gut ausgewähltes Sortiment an Schmuck vorrätig zu halten – vor allem Surface Bars aus hochwertigen Materialien.
Darüber hinaus sind die Aufklärung der Kundinnen und Kunden sowie die passende Anpassung des Schmucks an die Anatomie des Piercings sehr wichtig.
Mit solchen Grundsätzen können Studios die Zahl der Probleme und Reklamationen im Zusammenhang mit Surface-Piercings deutlich reduzieren.
FAQ – Schmuck für Surface-Piercings
Welcher Schmuck wird für ein Surface-Piercing verwendet?
Am häufigsten wird ein Surface Bar verwendet, also ein Stab mit einer speziellen Form, die an die Oberfläche der Haut angepasst ist.
Welches Material ist für ein Surface-Piercing am besten geeignet?
Das am häufigsten empfohlene Material ist Implantat-Titan, das vom Körper gut vertragen wird.
Ist ein Surface-Piercing schwierig zu stechen?
Ja, Surface-Piercing erfordert Erfahrung des Piercers und die richtige Auswahl des Schmucks, um das Risiko einer Migration und Abstoßung des Piercings zu begrenzen.